Bauernkultur

Biodiversität und Landwirtschaft

Bäuerliches Handwerk schuf während Jahrhunderten dank standortgerechten Nutzungsformen und Anbaumethoden eine enorme Vielfalt an regional und lokal angepassten Nutzpflanzen und Nutztieren. Zudem fanden in den von der Landwirtschaft geprägten Kulturlandschaften eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten optimale Lebensräume. Diese Koexistenz zwischen Bauernkultur sowie genetischer und biologischer Vielfalt fand jedoch mit der in den 1950/60er Jahren einsetzenden Mechanisierung und Intensivierung der Landwirtschaft ein jähes Ende. Die Folgen sind bekannt: Traditionelle Kulturlandschaften mussten modernen eintönigen Produktionslandschaften weichen. Viele Tiere und Pflanzen verschwanden, starben aus oder sind heute bedroht. Der Emmer und das Einkorn, das Rebhuhn und die Feldlerche, das Adonisröschen und der Venusspiegel sie alle wurden Opfer einer ausschliesslich auf den Preis und auf die Rationalisierung ausgerichteten Nahrungsmittelproduktion.