Emmer & Einkorn

Botanik

Emmer und Einkorn sind wie Dinkel sogenannte Spelzgetreide. Die Getreidekörner sind von einer fest umhüllenden Spelze eingeschlossen, die in dünne Grannen von einigen Zentimetern Länge auslaufen. Das Korn muss in der Röllmühle vom Spelz getrennt (geröllt) werden. An der Einkornähre reift aus jedem Absatz der Ährenspindel nur ein Korn, bei der Emmerähre sind es deren zwei. Der Emmer wird deshalb auch Zweikorn genannt. Emmer hat dickere Halme, breitere Blätter und schwerere Ähren als Einkorn. Von Emmer und Einkorn kennt man eine Vielzahl verschiedener Landsorten. Da beide Weizenarten nie züchterisch bearbeitet wurden, handelt es sich um eigentliche Populationen (Varietäten) mit einer breiten genetischen Variabilität.


Emmer und Einkorn haben sehr lange Halme, ihre Standfestigkeit ist deshalb gering. Beide haben eine hohe Fähigkeit zur Bestockung. Gewisse Sorten können aus einem Korn bis zu 60 Halme ausbilden. Die in der Schweiz angebauten Sorten sind gegen Getreideblattkrankheiten wie z.B. Rost oder Mehltau äusserst robust. Aufgrund dieser Merkmale und dem geringen Nährstoffbedarf eignen sich Emmer und Einkorn vorzüglich für den extensiven, ökologischen Anbau auf trockenen und mageren Böden. Die Ertragserwartung liegt bei 19 bis 35 dt/ha (Vergleich Weizen bis 80 dt/ha).


Emmer
Diese langgestreckte Emmersorte hat weisse, glatte Spelzen, ist langbegrannt und wurde in den 1950-er Jahren in der Schweiz noch angebaut. Sie ist sehr robust und wird deshalb von der IG bevorzugt. Weil die Sorte wenig winterhart ist, wird sie vor allem als Sommerfrucht angebaut.

schwarze Winteremmer
Dieser schwarze Winteremmer (Sorte Ravna) ist eine Auslese von Peter Jantsch. Er ist langbegrannt und hat breite Ähren mit schwarzen, leicht behaarten Spelzen.

Einkorn
Die Herkunft dieser von der IG bevorzugten Einkorn-Landsorte ist nicht genau bekannt. Sie ist wenig anfällig für Krankheiten und hat ein gutes Ertragspotenzial. Sie kann als Wechselfrucht angebaut werden.